Natur aktiv erleben



„Insula Communis“ - ein KlimaKunstWerk

Die Insula Communis fügt sich in die Werkreihe schwimmender Installationen von Joy Lohmann ein und führt den Entwicklungsprozess der modularen Recyclinginsel „Open-Island“ mit einer vielschichtigen Installation und Inszenierung konsequent fort. Das KlimaKunstWerk ist als „Soziale Skulptur“ mit mehreren Betrachtungs- bzw. Erlebnisebenen konzipiert.

Gestartet wurde mit einem kollaborativen „Maker-Camp“ in der Brückmühle in Oranienbaum (Sachsen-Anhalt). Mehr als 40 interdisziplinäre „Makers for Humanity“ beteiligen sich an der von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt geförderten Residency, in der die verschiedenen Themeninseln für ein autarkes, schwimmendes Habitat auf dem Gremminer See konzipiert und vorgefertigt werden. 

Diese bislang aufwendigste Open-Island Produktion auf dem gefluteten Braunkohletagebau Golpa-Nord, dem heutigen Gremminer See, thematisiert deutlicher als zuvor die Klimawandelfolgen steigender Meeresspiegel und daraus resultierende Migrationswellen, indem die Insel gemeinsam mit Flüchtlingen aus der Nachbarschaft gebaut und als utopisches Modell einer „schwimmenden Rettungsinsel im Mittelmeer“ inszeniert wird.

Der Gremminer See und das Industriemuseum Ferropolis mit seinen gigantischen Braunkohlebaggern war während der Ausstellungsdauer auch Kulisse der Musikfestivals Splash! und MELT! mit zehntausenden Besucher/innen. Ein Perspektivwechsel in der Flüchtlingsdiskussion bei Inselbesucherinnen war vorprogrammiert, wenn das neugierige Partyvolk die Recyclinginsel schwimmend erreichte und vor dem Betreten jedoch mit einem Antragsformular auf Arabisch konfrontiert wurde.

Neben der Schwimminstallation mit seinen orts- und situationsbezogenen Happenings wurde die Geschichte, Vision und Themenbereiche der Open-Islands in einer Sonderausstellung in der Galerie Ampelhaus, Oranienbaum gezeigt. Hier konnten Besucher/innen auch selber aktiv werden und ein Modell des Gremminer Sees mit ihren Inselideen bespielen. Auch mit SchülerInnen der Ferropolis-Schule wurde an Inselmodellen gearbeitet.

Schließlich rundete die thematische Veranstaltungsreihe „Inselbegegnungen“ der Ferropolis GmbH sowie weitere Sonderveranstaltungen der Projektpartner das realitätsbezogene Kunsterlebnis ab: „Entrepreneurs, Maker, Kreativwirtschaft“, „Flüchtlinge, Nachbarn, Neue Kultur“ und „Willkommen im Anthropozän“ lauten die Inseltalks im Juli 2016.

„Open-Island“ ist neben dem Kunstwerk und dem Open-source Inselbausatz eine wachsende Community, bestehend aus verschiedenen anwendungsorientierten Gruppen wie bspw. „Earthship Biotechture Deutschland“, „Transition Towns Initiatives“, „Endboss – soziale Skaterparks“ und anderen.  Mit dem Symbol einer gemeinsamen Insel (als „neue Welt“) und auf Grundlage gemeinsamer humanitärer Werte sowie kreativ-praktischer Ansätze formieren sich die Akteure interdisziplinär und international als „Makers for Humanity“.

Weitere Informationen unter www.open-island.de, englischsprachige Informationen unter www.open-island.org, mitdiskutieren und tagesaktuelle Foto-Dokumentationen in der Facebook-Gruppe.