

FERROPOLIS - DIE DATEN
1958 Beginn der Aufschlussarbeiten
1964 Beginn der Rohkohleförderung
1991 Ende der Förderung
Gesamtes Abraumvolumen: 342,3 Mio. Kubikmeter
Geförderte Rohbraunkohle: 69,9 Mio. Tonnen
Hauptabnehmer: Kraftwerke Zschornewitz und Vockerode, Region Berlin-Leipzig
Fläche während der aktiven Zeit: 1.915 Hektar
In den 1970er Jahren musste die Ortschaft Gremmin, die dem heutigen See um FERROPOLIS den Namen gibt, dem Bergbau weichen, die Einwohner wurden umgesiedelt.
1991
offizieller Beginn der Bergbausanierung
im Rahmen des Werkstattprojektes „Industrielles Gartenreich“ am BAUHAUS Dessau entstehen Idee und Konzept für FERROPOLIS
1995
FERROPOLIS wird Expo 2000-Projekt „FERROPOLIS – Die Stadt aus Eisen“ wird am 14. Dezember gegründet
2000
Beginn der Flutung des Tagebau-Restlochs mit Grundwasser und Wasser aus der 12,5 Kilometer entfernten Mulde durch eine Rohrleitung
Einweihung der 25.000 Menschen fassenden Arena durch ein Konzert mit Mikis Theodorakis und eine Lichtinstallation von Gerd Hof
2001
zu Gast: u. a. Melt, Böhse Onkelz, Puhdys, André Rieu
2002
zu Gast: u. a. Melt, Peter Maffay, Modern Talking, Nabucco, The Purple
2003
zu Gast: u. a. Herbert Grönemeyer, Metallica, Nena, Böhse Onkels, Jethro Tull
2004
Sanierung der Tagebaugroßgeräte
Ausbau der Infrastruktur: die 2,5 Kilometer lange Insel-Straße wird saniert, verbreitert und erhält einen separaten Fußweg, weitere Parkplätze werden geschaffen, die sanitären Anlagen werden erweitert
zu Gast: u. a. Melt, Udo Lindenberg, Pur, Nabucco, Magic of the Dance
2005
Der Absetzer 1022 ist für Besucher begehbar
FERROPOLIS wird in die Europea Route of Industrial Heritage aufgenommen
zu Gast: u. a. Melt, Tote Hosen, Peter Maffay, Nabucco
2006
Ferropolis gewinnt den LIVE ENTERTAINMENT AWARD in der Kategorie
„Herausragendste Veranstaltungsstätte“
zu Gast: u.a. Pet Shop Boys, Art Brut, Mia, Top Dog Brass Band, McKinsey
2007
In Ferropolis eröffnet zum Bergmannstag 2007 das Kulturafé Orangerie.
In der 30KV-Station ist nun neben der Schaltwarte, den Knochen des Waldelefanten und den Spuren des Braunkohlebergbaus auch eine Ausstellung zur Vermessungstechnik (Markscheiderei) zu sehen.
zu Gast: Carmina Burana, melt! mit 10. Jubiläum und Kelis, Jan Delay, Deichkind, Tocotronic und und und tollem Wetter! Besucherrekord!
FERROPOLIS - DIE GESCHICHTE
Gräfenhainichen, Tagebau Golpa-Nord: Jahrzehntelang ein Ort entfesselter Industriekräfte und Umweltsünden, aber auch sicherer Arbeitsplätze und großartiger Leistungen der Arbeiter und Ingenieure im Bergbau. Doch dann hat Braunkohle keine Zukunft mehr in Sachsen-Anhalt. Was tun? Abreißen, verschrotten, die Spuren verwischen? Oder auf der Vergangenheit aufbauen und den Neuanfang wagen?
1957 begannen die Vorarbeiten für Golpa-Nord. Sieben Jahre
später setzte die planmäßige
Braunkohleförderung ein. Die hatte in Mitteldeutschland eine
lange Tradition, ihre Wurzeln reichen bis ins 17. Jahrhundert
zurück. In den 1950er Jahren verschmolzen die
zunächst verstreuten Reviere zu einem Ganzen. Der Abbau
erreichte gewaltige Ausmaße. Ergebnis: 20 Tagebaue mit einem
jährlichen Auswurf von zuletzt rund 100 Millionen Tonnen
Kohle, gefördert von fast 60.000 Bergleuten und verwertet von
zahlreichen Kraftwerken, Brikettfabriken und Schwelereien. Noch ein
Ergebnis: tiefe Löcher in der Erde. Unter diesen
gehörte Golpa-Nord eher zu den kleinen. Der
Förderaufwand war dennoch enorm: Für einen Eimer
Braunkohle mussten sechs Eimer Wasser abgepumpt und 5 Eimer Abraum
verkippt werden. 1991 war Schluss – nahezu die gesamte
mitteldeutsche Braunkohleindustrie stand damals vor dem Aus.
In Golpa-Nord nahm fortan eine Vision Gestalt an: FERROPOLIS. Die Idee
dazu kam aus dem Bauhaus Dessau, ihre Umsetzung verdankt sich zu einem
beträchtlichen Teil der Begeisterung und
Hartnäckigkeit der Menschen vor Ort. Heute ist FERROPOLIS
Museum, Industriedenkmal, Stahlskulptur, Veranstaltungsareal und
Themenpark gleichermaßen. Alles beherrschend: die riesigen
Baggermaschinen, die aussehen wie Dinosaurier eines vergangenen
Zeitalters.
Doch die Zukunft hat längst begonnen. Das bezeugen erste
Ansiedlungen kleiner Unternehmen ebenso wie zahlreiche neue Projekte:
schwimmende Häuser etwa oder gleich ein ganzes Freizeitdorf,
mit Strom versorgt vom längsten Solarkraftwerk Europas. In
FERROPOLIS, so scheint es, ist Zukunft möglich.
Und Gegenwart wird gefeiert: Internationale Festivals ebenso wie
große Konzerte von Herbert Grönemeyer bis Metallica
haben FERROPOLIS einen europaweiten Ruf als einmalige Kulisse
für Künstler und Publikum verliehen: Cool Tradition!