

Campino im Interview
Die Hosen in Ferropolis
Still war es in den letzten Jahren um die Toten Hosen geworden und genau mit diesem Motto meldeten sich die Punkrocker Ende 2008 zurück. „In aller Stille“ heißt der 19. Longplayer der Band, welcher seinem Namen in keinster Weise Ehre macht.
Statt mit Zurückhaltung und ruhigen Tönen zu kommen, geht das Album voll auf die Zwölf. „Machmalauter“ heißt daher auch die Tour, die am 20. Juni im eisernen Ferropolis Halt macht, um den Fans mal wieder einzuheizen. BLITZ! traf sich zum Interview mit Frontmann Campino, und sprach mit ihm über Partyhits, alternde Cowboys und die Freude am Krach.
Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung in ihrer Freitagausgabe. Björk soll beim Finale des vom 18. bis zum 20. Juli stattfindenden Festivals mit einer 15-köpfigen Band auftreten. Die Avantgarde-Musikerin, die mit dem Filmemacher Matthew Barney verheiratet ist, wurde auch als Schauspielerin in Lars von Triers "Dancer in the Dark" bekannt. Zu den weiteren Höhepunkten im elften Jahrgang von "Melt!" zählt die Band Franz Ferdinand.
BLITZ!: Campino, Eure Band gibt es nun seit 27 Jahren, ist das, was ihr macht, eigentlich noch Punkrock?
Campino: Keine Ahnung. Die Bezeichnung ist mir ziemlich
egal. Fakt ist, dass wir uns zu hundert Prozent mit der Scheibe
identifizieren können. Am Ende hat man nicht mehr zu geben als
sich selbst, und die Dinge so zu gestalten, wie man sich fühlt.
Wie das Leute am Ende nennen wollen, bleibt jedem selbst
überlassen und ist mir persönlich nicht so wichtig.
BLITZ!: Enttäuscht man damit nicht die treuen Fans, die die vertraute Toten-Hosen-Musik erwarten?
Campino: Wir sind keine 20 mehr und haben uns, wie auch
unsere Fans, mit den Jahren verändert, aber dazu stehen wir auch
und unserer aktuellen Platte merkt man diese Entwicklung an. Als Band
sind deine Platten wie Tagebücher für andere, sie sind ein
Spiegel der Zeit und geben wieder, was du denkst und fühlst. Wir
schreiben unsere Songs ja aus der heutigen Perspektive. Im Gegensatz zu
alten Alben, haben wir z.B. auf dem aktuellen keinen Partyhit à
la „Zehn kleine Jägermeister“, weil uns einfach nicht
danach war.
BLITZ!: Wie fühlt sich denn Eure aktuelle Platte aus Deiner Sicht an?
Campino: Voller Energie, laut und schnell. Wir hatten
erstmals in unserer Karriere eine längere Schaffenspause eingelegt
und kamen hungrig zurück. Richtig aufzudrehen und Krach zu machen,
ist eine Lebensleidenschaft von mir, und wir alle hatten Lust, wieder
richtig loszulegen. Das ist wie bei einem alternden Cowboy, der sich
nochmal duellieren will. Wir wollten es nach der Pause richtig wissen,
auch live auf der Bühne. Nach der ersten Show bei Rock am Ring
2008 war klar: Die Cowboys ziehen immer noch schnell genug.
BLITZ!: Im Juni spielt Ihr in Ferropolis, was bedeutet diese Bühne für Dich?
Campino: Ferropolis ist genial, die Atmosphäre bei
unserem letzten Konzert in der Stadt aus Eisen war
außergewöhnlich. Die Bühne ist ein absolutes Unikum und
den Mix aus Industrie und Natur, den gibt es in keiner Halle, keinem
Stadion und keinem anderen Ort. In diesem Jahr freue ich mich besonders
auf den Gig, weil wir richtig aufgeheizt von den Konzerten aus Moskau
und Argentinien kommen und den Schwung einfach mitnehmen. Wenn schon
ein paar Konzerte gespielt sind, dann ist die Sicherheit auch wieder da
und wir werden mit absoluter Spielfreude in Ferropolis aufschlagen. Es
ist einfach ein gutes Gefühl, live wieder richtig da zu sein.
Termin:
20.06. Gräfenhainichen, Ferropolis
Wort: Felix Till
Mitteldeutsche Zeitung vom 14.02.08
Björk
kommt zu "Melt!"

Gräfenhainichen, 08.Januar 2008
Erfolgreiche
Besucherbilanz 2007
Nun liegen die Zahlen der Besucherstatistik für Ferropolis für das Jahr 2007 vor. Auch im Dezember haben viele Gäste das winterliche Ferropolis besucht und sich bei Glühwein oder Kaffee im Kulturcafé „Orangerie“ über die Geschichte des Braunkohlebergbaus informiert.